Ziemlich versteckt in den Empfehlungen für das fächerübergreifende Thema Verkehrserziehung (Januar 1999) ist unter „Organisatorische Bedingungen“ als letzter Abschnitt definitiv vorgeschrieben:

„Ein Schulwegplan ist von jeder Grund- und Förderschule in Zusammenarbeit mit dem Schulträger, dem Staatlichen Schulamt, Verkehrserziehern der Polizei, dem Schulleiter und dem Verkehrserziehungsbeauftragten der Schule zu erstellen. Dieser Plan wird allen Eltern vorgestellt und stets aktualisiert.“

In §38Abs.3 Nr. 3 des Thüringer Schulgesetzes (ThürSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 30.April 2003 (GVBI.S238) ist geregelt: „Die Schulkonferenz berät in Fragen, die Schüler, Eltern, Lehrer und Erzieher gemeinsam betreffen, und gibt Empfehlungen. Der Schulkonferenz ist insbesondere Gelegenheit zu einer vorherigen Stellungnahme zu geben: zu Maßnahmen der Schulwegsicherung, der Schülerbeförderung und der Unfallverhütung in Schulen.“

Im Erlass „Maßnahmen zur Schulwegsicherung“ (vom 18.4.10991) des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein wurde den Schulwegplänen eine eigene Rubrik gewidmet:

„Auf der Grundlage eines Schulkonferenzbeschlusses (§92 Abs.1 Nr. 21 SchulG) fertigt die Schulleiterin oder der Schulleiter in Zusammenarbeit mit dem Schulelternbeirat, den Polizeiverkehrslehrerinnen und -lehrern, den jeweils zuständigen Polizeidienststellen und den Kommunalbehörden einen Schulwegplan und aktualisiert ihn ggf. jährlich. Die Erfahrungen von Eltern, Schülerinnen und Schülern sind zu berücksichtigen.
Der Schulwegplan ist den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern zum Schuljahresbeginn und nach Bedarf zu erläutern und auch zum Gegenstand von Elternversammlungen zu machen. Die Schülerinnen und Schüler der Anfangsklassen sind in geeigneter Weise mit dem für sie sicheren Schulweg und den Gefahrenpunkten vertraut zu machen.“

Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, in dem es einen Erlass des Ministeriums für Wirtschaft, Technik und Verkehr (vom 18. April 1991) „Maßnahmen zur Schulwegsicherung“ gibt, in dem bauliche Maßnahmen mit Hinweisen auf die finanzielle Förderung aufgelistet werden. Hier wurden u.a. „neuere Untersuchungen“ berücksichtigt, nach denen Fußgängerüberwege häufiger auch zur Schulwegsicherung eingesetzt werden sollen. Intereressanterweise ist ein Satz der 1994 verschickten Fassung mit den gleichen Quellenangaben in der jetzt verschickten Version verschwunden: „Vor Schulen mit Primarstufe sind sie allerdings zu vermeiden, weil Primarschüler häufig noch nicht über ausreichende Erfahrung im Verkehr verfügen und damit schlecht in der Lage sind, sich beim Benutzen der Fußgängerüberwege mit den Fahrzeugführern zu verständigen.“

Nach der Gemeinsamen Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus, des Sächsischen Staatsministeriums des Innern und des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit zur Schulwegsicherung und Beförderung von Schülern“ (vom 20. August 1992) stehen die Schulwegpläne an erster Stelle im Text:

„Zur Sicherung der Schüler auf dem Schulweg sollten Schulwegpläne mindestens dort aufgestellt werden, wo sich für die Kinder gefährliche Situationen ergeben können. Die Schulwegpläne werden von der Straßenverkehrsbehörde in Zusammenarbeit mit dem Schulträger, den betreffenden Schulen und der Polizeidirektion erstellt. Die örtliche Verkehrswacht sollte einbezogen werden.“

Das Kultusministerium unterbreitete darüber hinaus recht genaue Angaben darüber, dass z.B. bei der Entwicklung von Schulweggrundplänen „Ergebnisse der Verkehrsbeobachtung“ einfließen sollen und „für Kinder attraktive Stellen wie Spielplätze, Kioske, Geschäfte“ zu beachten sind. „Bei der Auswahl der zu empfehlenden Schulwege sind folgende Kriterien zu Grunde zu legen:... „Der Schulweg sollte so kurz wie möglich sein, Umwege sind aus Gründen der Akzeptanz zu vermeiden.“ Unter Zuständigkeiten der Gemeinden sollen Schulwegpläne „ständig fortgeschrieben werden, um den jeweils aktuellen Stand zu dokumentieren.“

Das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt teilte mit, dass „von speziellen Maßnahmen zur Erstellung von Schulwegplänen ... hier im Hause momentan nichts bekannt (ist), so dass wir auch nicht über entsprechende Materialien verfügen.“

„Unterstützende Maßnahmen zur Schulwegsicherung sind den Schulen freigestellt. Nach § 47 Abs. 2 Satz 2 Nr. 5 SchumG beschließt die jeweilige Schulkonferenz im Rahmen der gegebenen personellen, räumlichen und sächlichen Voraussetzungen über Maßnahmen der Schule zur Schulwegsicherung, insbesondere Schulwegpläne... sowie Anträge in diesen Angelegenheiten an die zuständigen Behörden.“